Im Pflegeheim brauchen Sie nicht zwingend einen eigenen Telefonanschluss, denn viele Heime bieten Telefon über ihre Hausanlage an. Ein eigener Anschluss lohnt sich, wenn die bekannte Nummer bleiben soll. Er geht ohne Router und Techniker: SIM in Telefonbox oder Telefon, Strom und Mobilfunkempfang im Zimmer genügen. Sprechen Sie vorher mit der Heimleitung.
Braucht man im Pflegeheim einen eigenen Telefonanschluss?
Nein, zwingend ist das nicht. Viele Heime stellen Telefon über ihre Hausanlage bereit. Welche Möglichkeiten es gibt, was sie kosten und ob eine eigene Nummer erlaubt ist, entscheidet jedes Heim selbst. Fragen Sie deshalb vor dem Einzug bei der Heimleitung nach.
Ein eigener Anschluss lohnt sich, wenn jemand unter der gewohnten Nummer erreichbar bleiben will. Beispiel: Frau K., 82, zieht aus ihrer Wohnung ins Pflegeheim. Kinder, Freunde und die frühere Nachbarin rufen seit Jahrzehnten dieselbe Nummer an. Mit eigenem Anschluss und mitgenommener Nummer müssen alle nichts umlernen.
Welche Telefon-Optionen gibt es im Heim?
Es gibt drei übliche Wege: die Hausanlage des Heims, einen eigenen Anschluss mit Telefonbox oder ein Telefon mit eigener SIM-Karte. Welcher passt, hängt von den Regeln des Heims und vom Bedarf der Bewohnerin oder des Bewohners ab.
| Option | So funktioniert es | Vorher klären |
|---|---|---|
| Hausanlage des Heims | Telefon oder Nebenstelle im Zimmer, vom Heim betrieben | Kosten, eigene Nummer, Erreichbarkeit von außen |
| Telefonbox mit SIM | Vorhandenes Telefon wird in die Box gesteckt, Gespräche laufen über Mobilfunk | Steckdose, Empfang im Zimmer |
| Telefon mit SIM | Schnurloses oder Tischtelefon mit SIM, große Tasten möglich | Empfang, passendes Gerät, Bedienbarkeit |
Eine Nummer mit Ortsvorwahl bekommen Sie bei Telefonbox und SIM-Telefon, ohne dass das Heim Leitungen ändern muss.
Wie prüft man den Empfang im Zimmer?
Der Empfang entscheidet, ob ein SIM-Anschluss im Heim sinnvoll ist. Die Gespräche laufen über das Mobilfunknetz, auch wenn nach außen eine normale Festnetznummer erscheint. Dicke Wände oder ein Zimmer ohne Außenwand können den Empfang schwächen.
Testen Sie vor der Bestellung mit einem eigenen Handy am geplanten Aufstellort. Wichtig ist der Platz, an dem das Gerät wirklich stehen soll, nicht der Flur. Näheres zum Prinzip finden Sie auf der Seite zur Telefonbox.
- Handy am Aufstellort: Sind Anrufe klar verständlich?
- Test auch zu einer anderen Tageszeit wiederholen
- Fensternähe probieren, falls der Empfang schwach ist
- Steckdose in Reichweite des Bettes oder Sessels klären
- Kein Router, kein Techniker, kein Hausanschluss nötig
Kann man die Festnetznummer ins Pflegeheim mitnehmen?
Ja, oft ist das möglich. Die Mitnahme der bisherigen Nummer ist seit dem 1. Dezember 2021 für Verbraucher kostenlos (TKG). Am einfachsten klappt es, wenn das Heim im selben Vorwahlbereich liegt wie die bisherige Wohnung. Bei einem Umzug in einen anderen Ortsbereich fragen Sie vorher nach, sonst nehmen Sie besser eine neue Nummer.
Für die Mitnahme brauchen Sie vier Angaben: bisheriger Anbieter, Vorwahl, Rufnummer und Name des Anschlussinhabers. Der Name muss mit dem alten Vertrag übereinstimmen. Kündigen Sie den alten Anschluss nicht selbst vorab. Lassen Sie ihn kündigen oder warten Sie die Portierung ab, sonst kann die Nummer verloren gehen.
Mehr dazu lesen Sie unter Festnetznummer behalten.
Wie bestellen Angehörige den Anschluss für Eltern im Heim?
Sie können für eine andere Person bestellen, zum Beispiel als Tochter oder Sohn für die Mutter. Als Lieferadresse geben Sie das Pflegeheim an. Das Formular auf festnetzangebot.de hat vier Schritte. Vertragspartner und Telefonanbieter ist die Paketsparer GmbH, Berlin. Die Seite selbst wird von HEEY Mobile UG (haftungsbeschränkt) betrieben und ist kein Netzbetreiber.
- Tarif und Gerät wählen
- Rufnummer festlegen: neue Nummer oder bisherige mitnehmen
- Daten eintragen und die abweichende Lieferadresse (Heim, Zimmer, Name) angeben
- Angaben prüfen und absenden
Schreiben Sie Name und Zimmernummer in die Lieferadresse und informieren Sie das Heim über die Lieferung.
Welcher Tarif und welches Gerät passen?
Tarif 1 passt, wenn überwiegend Festnetznummern angerufen werden. Tarif 2 passt, wenn Anrufe auf Handys häufig sind, etwa bei Enkeln. Beide haben 24 Monate Laufzeit, Taktung 60/60, keine Anschlussgebühr und kein Datenvolumen. Es gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Tarif 1 „Senioren Festnetz“ kostet 9,95 € im Monat mit Flat ins deutsche Festnetz. Handyanrufe kosten 0,29 € pro Minute. Tarif 2 „Senioren Festnetz Plus“ kostet 19,95 € im Monat mit Flat ins Festnetz und in alle deutschen Handynetze. SMS und MMS kosten 0,39 €. Mehr zum Angebot finden Sie unter Senioren Festnetz.
| Gerät (einmalig, Kauf) | Preis | Eignung im Heim |
|---|---|---|
| Telefonbox | 79,90 € | Vorhandenes Telefon weiter nutzen |
| Gigaset Comfort 600 SIM | 69,90 € | Schnurlos, große Tasten, gut lesbares Display |
| Tischtelefon Simvalley | 49,90 € | Große Tasten, Notruftaste am Gerät |
| Nur SIM-Karte | 0 € | Eigenes passendes SIM-Telefon |
Der Versand kostet 6,95 €, bei Nur SIM 0 €.
Was kostet das über 24 Monate?
Rechnen Sie Monatspreis mal 24, dann Gerät und Versand dazu. Beispiel A: Tarif 1 mit Gigaset Comfort 600 SIM. 24 × 9,95 € = 238,80 €. Dazu 69,90 € Gerät und 6,95 € Versand ergeben 315,65 €.
Beispiel B: Tarif 2 mit Tischtelefon Simvalley, weil viel mit dem Handy der Enkel telefoniert wird. 24 × 19,95 € = 478,80 €. Dazu 49,90 € Gerät und 6,95 € Versand ergeben 535,65 €. Mit Nur SIM und Tarif 1 liegen Sie bei 238,80 €, wenn schon ein passendes Telefon vorhanden ist. Heimkosten für Strom oder Hausanlage kommen gegebenenfalls hinzu.
Was sollten Sie vorher klären und welche Fehler passieren häufig?
Sprechen Sie vor der Bestellung mit der Heimleitung. Das vermeidet Ärger bei Lieferung und Aufstellung. Typische Fehler sind ein zu früh gekündigter alter Anschluss, ein abweichender Name bei der Nummernmitnahme und fehlender Empfang im Zimmer.
Wird ein Hausnotruf genutzt, fragen Sie vorher beim Hausnotruf-Anbieter, ob das Gerät mit Telefonbox oder SIM funktioniert. Das hängt vom Gerät ab, viele moderne Geräte haben eine eigene SIM. Eine Garantie gibt es nicht. Hintergründe stehen unter Hausnotruf.
- Heimleitung: Ist ein eigenes Telefon im Zimmer erlaubt?
- Empfang am Aufstellort mit dem Handy getestet?
- Strom und Steckdose geklärt?
- Mitnahme: Anbieter, Vorwahl, Nummer und Inhaber bereit?
- Alten Vertrag erst nach Portierung enden lassen
- Lieferadresse mit Name und Zimmer eingetragen?
Wann passt dieses Angebot nicht?
Das Angebot passt nicht, wenn Internet oder WLAN gewünscht sind. Beide Tarife enthalten kein Datenvolumen. Dafür ist ein DSL-Vergleich wie dslvertrag.de besser geeignet.
Auch bei schwachem Mobilfunkempfang im Zimmer ist ein SIM-Anschluss keine gute Wahl. Dann bleibt oft nur die Hausanlage des Heims. Klären Sie außerdem Hausnotruf-Geräte vorher. Große Konzerne bieten reine Telefonanschlüsse ohne Internet für Neukunden kaum noch an, meist nur Kombis mit Internet. Wer ohnehin vom Kupfernetz wechselt, findet Hintergründe zur Kupferabschaltung.