Das Kupfernetz wird schrittweise und regional durch Glasfaser ersetzt. Einen einheitlichen Stichtag gibt es nicht, betroffene Kunden werden vorher informiert. Wer nur telefonieren möchte, muss nicht zwingend einen Glasfaser-Vertrag mit Internet abschließen. Eine Alternative ist Telefonieren über SIM-Karte und Telefonbox mit normaler Festnetznummer. Wichtig sind eine rechtzeitige Planung und die Sicherung der Rufnummer.
Was passiert mit meinem Telefon bei der Kupferabschaltung?
Der alte Kupferanschluss wird irgendwann nicht mehr betrieben, Ihr Telefon selbst bleibt aber ein normales Gerät. Es fehlt nur die Leitung, an der es hängt. Ohne Ersatz kann dann nicht mehr telefoniert werden.
Das Kupfernetz wird schrittweise und regional durch Glasfaser ersetzt. Betroffene werden vorher informiert. Beispiel: Sie telefonieren seit Jahrzehnten über denselben Anschluss, ohne Internet. Kommt ein Schreiben Ihres Anbieters zur Umstellung, sollten Sie nicht abwarten, sondern in Ruhe eine Lösung wählen.
Wann ist mein Anschluss dran?
Es gibt keinen einheitlichen bundesweiten Stichtag für Endkunden. Die Umstellung läuft Region für Region. Ein Datum für Ihre Adresse können wir deshalb nicht nennen, und wir erfinden keines.
Verlässlich ist nur die Mitteilung Ihres Anbieters. Lesen Sie solche Briefe vollständig und bewahren Sie sie auf. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie beim Anbieter nach, ob und wann Ihre Adresse betroffen ist. Angehörige können dabei helfen, vor allem wenn Post oft liegen bleibt.
Ein Brief zur Umstellung ist kein Grund zur Eile, aber ein guter Anlass, die Nummer und die Geräte zu prüfen.
Muss ich zu Glasfaser wechseln?
Nein, nicht zwingend. Sie haben zwei Wege: einen Glasfaser-Vertrag, meist mit Internet, oder Telefonieren über das Mobilfunknetz mit einer normalen Festnetznummer.
Die großen Anbieter wie Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 bieten reine Telefonanschlüsse ohne Internet für Neukunden kaum noch an. Meist gibt es eine Kombi mit Internet. Wer kein Internet braucht, zahlt dann für etwas, das er nicht nutzt.
| Option | Was Sie bekommen | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Glasfaser-Vertrag mit Internet | Telefon und Internet über Glasfaser | Sie ohnehin Internet nutzen möchten |
| Telefon über SIM und Telefonbox | Festnetznummer mit Ortsvorwahl, Gespräche laufen über das Mobilfunknetz, kein Internet | Sie nur telefonieren wollen |
| Eigenes SIM-Telefon | Nur SIM-Karte, Sie nutzen ein passendes eigenes Gerät | Sie schon ein geeignetes Telefon haben |
Wenn Sie Internet wünschen, passt dieses Angebot nicht. Dann hilft ein DSL-Vergleich wie dslvertrag.de.
Wie funktioniert Telefonieren ohne Kupferanschluss?
Die SIM-Karte steckt in einer Telefonbox oder in einem SIM-Telefon. Die Gespräche laufen über das Mobilfunknetz, nach außen haben Sie aber eine normale Festnetznummer mit Ortsvorwahl. Ihre Gesprächspartner merken keinen Unterschied.
Sie brauchen keinen Router, keinen Techniker und keinen Hausanschluss. Nötig sind Strom und ausreichender Mobilfunkempfang am Aufstellort. Prüfen Sie den Empfang vorab mit einem Handy genau dort, wo das Telefon stehen soll. Im Keller oder in einem fensterlosen Flur ist er oft schwächer als am Fenster.
Bestellt wird direkt auf festnetzangebot.de, Telefonanbieter und Vertragspartner ist die Paketsparer GmbH, Berlin. Die Tarife und Geräte sehen Sie unter Angebot.
- Telefonbox 79,90 €: vorhandenes Telefon einstecken
- Gigaset Comfort 600 SIM 69,90 €: schnurlos, große Tasten
- Tischtelefon Simvalley 49,90 €: große Tasten, Notruftaste am Gerät
- Nur SIM-Karte 0 €: für ein eigenes SIM-Telefon
Welche Geräte sind von der Abschaltung betroffen?
Betroffen sind alle Geräte, die an der alten Telefonleitung hängen. Dazu zählen Hausnotruf, Fax und Alarmanlage. Ob sie nach einem Wechsel weiterlaufen, hängt vom jeweiligen Gerät ab.
Beim Hausnotruf gilt: Fragen Sie vorher Ihren Hausnotruf-Anbieter, ob das Gerät mit Telefonbox oder SIM funktioniert. Viele moderne Geräte haben eine eigene SIM. Eine Garantie können wir nicht geben. Mehr dazu auf der Seite Hausnotruf.
Bei Fax und Alarmanlage fragen Sie den Hersteller oder den Errichter. Beispiel: Eine Alarmanlage meldet über die Telefonleitung an eine Zentrale. Ohne Klärung könnte die Meldung ausbleiben.
Klären Sie Notruf und Alarm vor dem Wechsel, nicht danach.
Wie sichere ich meine Rufnummer?
Sie können Ihre bisherige Festnetznummer mitnehmen oder eine neue wählen. Die Rufnummernmitnahme ist seit 1. Dezember 2021 für Verbraucher kostenlos (TKG). Details finden Sie unter Festnetznummer behalten.
Der häufigste Fehler: den alten Vertrag selbst zu kündigen, bevor die Nummer übertragen ist. Dann kann die Nummer verloren gehen. Lassen Sie kündigen oder warten Sie die Portierung ab.
- Daten bereithalten: bisheriger Anbieter, Vorwahl, Rufnummer.
- Achten Sie darauf, dass der Inhaber des alten Anschlusses mit dem Namen im Formular übereinstimmt.
- Rufnummernmitnahme im Bestellformular angeben.
- Den alten Vertrag nicht selbst kündigen, sondern die Portierung abwarten.
Was kostet die Lösung über 24 Monate?
Es gibt zwei Tarife, beide mit 24 Monaten Laufzeit und ohne Anschlussgebühr. Senioren Festnetz kostet 9,95 € im Monat mit Flat ins deutsche Festnetz, Handyanrufe kosten 0,29 € pro Minute. Senioren Festnetz Plus kostet 19,95 € im Monat mit Flat ins Festnetz und in alle deutschen Handynetze.
Die Geräte werden einmalig gekauft, nicht gemietet. Der Versand kostet 6,95 €, bei Nur SIM 0 €. Taktung 60/60, SMS und MMS 0,39 €, 14 Tage Widerrufsrecht.
| Beispiel | Rechnung | Summe |
|---|---|---|
| Tarif 1 mit Telefonbox | 24 x 9,95 € + 79,90 € + 6,95 € | 325,65 € |
| Tarif 2 mit Telefonbox | 24 x 19,95 € + 79,90 € + 6,95 € | 565,65 € |
| Tarif 1 mit Nur SIM | 24 x 9,95 € + 0 € + 0 € | 238,80 € |
Tarif 2 kostet 10 € mehr im Monat; er lohnt sich, wenn Sie mehr als etwa 34 Minuten im Monat in Handynetze telefonieren.
Wie sieht das im Alltag aus?
Mutter, 82, Mehrfamilienhaus: Sie telefoniert mit Tochter und Freundinnen, meist ins Festnetz. Die Tochter bestellt mit abweichender Lieferadresse für sie, die Mutter steckt ihr Telefon in die Box. Tarif 1 genügt.
Zweitwohnung: Ein Kupferanschluss ist dort oft teuer, weil er selten genutzt wird. Prüfen Sie vorab den Empfang vor Ort. Umzug ins betreute Wohnen: Nehmen Sie die Nummer mit und klären Sie, was die Einrichtung bereits bietet.
Wer oft Handynummern anruft, etwa Kinder und Enkel, fährt mit Tarif 2 meist ruhiger, weil keine Minutenkosten anfallen.
Wann passt dieses Angebot nicht?
Das Angebot passt nicht, wenn Sie Internet brauchen. Die Tarife enthalten kein Internet und kein Datenvolumen. Dafür ist ein DSL- oder Glasfaser-Vertrag nötig.
Auch ohne ausreichenden Mobilfunkempfang am Aufstellort funktioniert die Lösung nicht. Bei Stromausfall ist das Telefon ebenfalls betroffen, da Strom nötig ist. Geräte wie Hausnotruf, Fax oder Alarmanlage sollten Sie vorher klären. Wer sich nicht für 24 Monate binden möchte, sollte die Laufzeit bedenken. Preiserhöhungen sind unter Bedingungen möglich, dann haben Sie in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Lesen Sie das Schreiben genau.
- Sie benötigen Internet oder Datenvolumen
- Am Aufstellort ist der Empfang zu schwach
- Ein Gerät an der Leitung lässt sich nicht umstellen
- Sie möchten keine 24 Monate Laufzeit
Wie bereite ich die Umstellung vor?
Eine kurze Checkliste hilft, nichts zu vergessen. Gehen Sie sie am besten gemeinsam mit Angehörigen durch.
Bis zur Umstellung können Sie die Erreichbarkeit mit einer Rufumleitung auf ein Handy überbrücken, mehr dazu unter Rufumleitung Festnetz auf Handy. Die Codes sind gerätabhängig, prüfen Sie die Bedienungsanleitung. Standard an SIM-Telefonen: **21*Zielnummer# immer, **61*Zielnummer# bei Nichtmelden, **67*Zielnummer# bei Besetzt, **62*Zielnummer# bei nicht erreichbar, ##002# löscht alle. Klassischer Telekom-Analoganschluss: *21*Zielnummer# ein, #21# aus.
- Brief des Anbieters lesen und aufbewahren.
- Angeschlossene Geräte auflisten: Hausnotruf, Fax, Alarmanlage.
- Bei Herstellern oder Anbietern nachfragen.
- Mobilfunkempfang am Aufstellort prüfen.
- Vertragsdaten und Nummer bereithalten.
- Bestellung in 4 Schritten abschließen: Tarif und Gerät, Rufnummer, Daten, Prüfen.